15.04.2009

Naikan - lang oder kurz ?


Wie viel Zeit soll man für Selbstreflexion aufbringen?
Muss Naikan immer eine Woche lang sein?
Was bringt es, nur einen oder zwei Tage Naikan zu machen?
Und sind Innenschau und innere Ruhe im Alltag möglich?

Um allen Missverständnissen vorzubeugen:
Ja, die Idealform von Naikan dauert eine ganze Woche.
Warum?
Zwei Tage dauert es etwa, bis man sich an das Umfeld und die Ruhe wirklich gewöhnt hat, den Alltag hinter sich lassen kann. Dann dauert es nochmal etwa zwei Tage, bis die innere Ruhe so stabil wird, dass tiefere innere Schichten wahrnehmbar werden. Und ab dem fünften Übungstag gelingt es mehr und mehr, einfach nur wahrzunehmen, was sich zeigt. Probleme und Lösungen treten in den Hintergrund. Kernthemen werden langsam sichtbar.


Im Februar gab es eine Premiere: Ein Teilnehmer hat im Insightvoice Naikan Center drei Wochen durch­gehend Naikan geübt. In aller Ruhe in die Tiefe gehen und erkennen - der meditative Charakter von Naikan kam hier voll zur Entfaltung.
Die Dauer der Stille und der Übung entscheiden darüber, wie tief man in sich schauen kann.
Doch sind Kurzformen deswegen schlechter?
Ich sage: Nein.
Viele Teilnehmer lehrten mich, dass auch Naikan-Tage sehr gut genutzt werden können. Auch dann, wenn man vorher noch nie Naikan gemacht hat. Worauf es ankommt ist die Motivation. Wer sich mit sich selbst im Licht einer bestimmten Person (oder Thema) wirklich befassen möchte, der kann von der Ruhe und der Naikan-Fragestellung sehr gut profitieren.

Man muss nur wollen, wie man so schön sagt. Das gilt auch für die Integration von Innenschau und Ruhe in den Alltag. Es ist möglich!

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