03.11.2014

Ja, aber ...

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schwer es uns fällt, unsere Denkgewohnheiten zu ändern und einfach Antworten auf die Naikan-Fragen zu geben – ohne Wenn und Aber. Wie gerne fügen wir Begründungen, Entschuldigungen, Beschuldigungen hinzu.

Einige Praxis-Beispiele:
„Ja, okay, meine Mutter hat für mich gekocht – aber sie hat mich gezwungen alles aufzuessen, darunter leide ich noch heute!“ Und schon kommt der Vorwurf, im Naikan sagen wir: die 4. Frage. –
„Ja, okay, meine Partnerin hat mich zum Konzert begleitet – aber dann hat sie ständig an allem rumkritisiert und mir den Abend verdorben!“ –
„Ja, okay, meine Arbeitskollegin hat mir Arbeit abgenommen – aber sie hat einen Arbeitsschritt vergessen und ich hatte nachher doppelt so viel Arbeit, um das wieder auszubügeln!“

Allzu oft üben wir Kritik an der anderen Person. Wir haben es uns bequem gemacht in unserer Haltung: Ich leide – und du bist schuld!

Naikan spielt da nicht mit. Antworten Sie einfach zu den drei Fragen, Punkt. Es gilt zu erkennen, wo eigene Erwartungen, Einschätzungen, Gefühle, Vorurteile, Vorwürfe, Vermutungen und so weiter den Blick auf die Tatsachen verstellen, verzerren oder überlagern. In diesem Sinne hat Naikan eine klärende Wirkung.

(Auszug aus dem Buch: "Naikan - Die Welt der Innenschau" von Johanna Schuh, erschienen im August 2014)

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