03.02.2015

Beschreibung, Erklärung, Bewertung

Wenn wir kommunizieren, über etwas sprechen oder über etwas nachdenken, dann verwenden wir üblicherweise einen (unbewussten) Mix aus drei Elementen: Beschreibung, Erklärung, Bewertung.

Wir sagen zum Beispiel: "Gestern haben Freund Z und ich uns nach viel zu langer Zeit zu einem total entspannten Gespräch getroffen." Wir beschreiben, dass wir gestern Freund Z getroffen haben, erklären, warum wir uns mit ihm getroffen haben ("nach viel zu langer Zeit"), und bewerten, ob das Treffen toll oder gräßlich war ("total entspannt").

Diese vereinfachte Sicht auf die Dinge des täglichen Lebens ist sehr hilfreich. Wir brauchen die Vereinfachung, um den Alltag zu meistern. Wir wären nonstop überfordert, würden wir uns ständig darum bemühen, Beschreibung, Erklärung und Bewertung klar auseinander zu halten.

Naikan kann genau das:
Beschreibung, Erklärung und Bewertung klar auseinander halten. Naikan fordert dazu auf, Tatsachen zu sehen. Es geht darum, NUR die Tatsachen zu sehen. Erklärungen, warum wer was (nicht) gemacht hat, sind im Naikan irrelevant. Und ob es gut oder schlecht war, ist nicht interessant.

Naikan Praxistipp, um Erklärungen und Bewertungen aufzuspüren:
  • Stellen Sie die 3 Naikan-Fragen.
  • Wenn Sie eine Antwort finden, überlegen Sie im nächsten Schritt: 
  • Was war Tatsache? (Eine reine Beschreibung ist gar nicht so einfach, Übung macht den Meister.)
  • Habe ich in meiner Naikan-Antwort eine Erklärung versteckt? (Das dürfen Sie, aber Sie sollten wissen, dass es so ist.)
  • Bewerte ich im Kopf oder gefühlsmäßig? (Auch das dürfen Sie, aber Sie sollten wissen, dass und wie Sie bewerten.)
Je mehr Sie den Blick dafür schulen, Beschreibung, Erklärung und Bewertung auseinander zu halten, desto leichter wird Ihnen der Alltag fallen. Denn Tatsachen sprechen eine klare Sprache. Erklärungen hingegen gibt es tausende. Und Bewertungen sind immer subjektiv.

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