03.07.2015

Mitgefühl ist was anderes als Empathie

Jetzt weiß ich wissenschaftlich bewiesen endlich, warum ich als Naikan-Leiterin Freude fühle, obwohl ich eine große Bandbreite an Gefühlen empathisch wahrnehme. Der Schlüssel ist: Mitgefühl.

Die Wissenschaft weiß heute: Empathie ist etwas anderes als Mitgefühl.

Empathie bedeutet: emotionale Resonanz. Ich nehme wahr, was du fühlst. Ich fühle, dass du Schmerz fühlst oder Glück, oder was auch immer. Ich fühle es nicht genau so wie du, aber ich teile dein Gefühl.

Mitgefühl bedeutet: Ich habe ein Gefühl von Fürsorge, eher der Qualität von Liebe ähnlich - und vor allem: Ich habe den starken Wunsch, dass es dir gut geht. Mitgefühl bedeutet nicht: Ich leide, wenn du leidest. Mitgefühl ist eine Motivation für dein Wohl: Es geht mir wirklich um dich.

Mitgefühl ist immer ein Gefühl und eine Motivation.
Empathie ist einfach nur: Ich teile dein Gefühl, das du hast. Wenn ich Empathie habe, dann nehme ich dein Gefühl wahr. Dann kann ich es entweder:
* gleich wieder vergessen, oder
* ich kann in empathischen Stress gehen (nach dem Motto: Oh, wie schrecklich, dass du dich schlecht fühlst, ich fühle mich auch schlecht. Ich mache dein Gefühl zu meinem eigenen.), oder
* ich kann in Mitgefühl gehen und das, was ich empathisch wahrnehme, transformieren. Weil ich möchte, dass es dir gut geht.

Tania Singer widmet sich diesem Forschungsgebiet. Wer mehr darüber wissen will: https://www.youtube.com/watch?v=O3nfL1n45fg Das Interview umfasst mehrere Themen. Das Thema Empathie und Mitgefühl beginnt bei Minute 26:37


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