13.11.2015

Böse? Nein, unwissend. Oder unglücklich.

Ich staune immer wieder, wie Menschen im Naikan zu Einsichten kommen. So verschieden die Themen sind, so verschieden die Art des Hinschauens ist - ein Thema rückt immer ins Bewusstsein: die eigene Art, wie man Gut und Böse denkt.

Handlungen, die man sich selbst unbewusst oder bewusst zum Vorwurf gemacht hat, erscheinen plötzlich in einem versöhnlichen Licht, weil man erkennt: Ich habe es damals nicht anders gekonnt.

Dinge, die man anderen vorgeworfen hat, verlieren an Macht, weil man erkennt: Er oder sie hat es nicht besser gekonnt.

Das ändert nichts daran, dass Dinge falsch gelaufen sind. Es ändert auch nichts daran, dass Verletzungen passiert sind. Aber eines ändert sich: Niemand wird mehr als "böse" abgestempelt – weil man die Unwissenheit, die Unfähigkeit, das Unglücklichsein wahrnehmen kann, das hinter einer verletzenden Handlung steht.

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