03.11.2015

Leben in Freude, Sterben in Dankbarkeit

Die Zeit um Allerheiligen ist jene Zeit, in der der Tod in unserer Kultur nicht ganz verdrängt wird. Die Gräber am Friedhof werden geschmückt. Man erinnert sich an jene Menschen, die nicht mehr am Leben sind und früher Wegbegleiter, Gefährten, Lehrer, oder einfach nahe Menschen waren.

Normalerweise leben wir in der Meinung, dass wir für alles Zeit haben. Später. Irgendwann.

Wir haben aber nicht immer ein Später. Wir können niemals wissen, wie viel Zeit wir noch haben. Der Tod erinnert uns an die Tatsache, dass unser Leben endlich ist.

Naikan gibt die Möglichkeit einer Lebensrückschau. Es rückt ins Bewusstsein, was wir in diesem Leben in Ordnung bringen wollen - in uns, in der Beziehung mit anderen. Wenn wir sterben, ist es zu spät. Dann können wir nichts mehr ändern. Und zwar gar nichts. Wenn wir Naikan machen und sehen, was wir in Ordnung bringen wollen oder was wir noch verwirklichen wollen, dann haben wir die Möglichkeit, dies in diesem Leben zu tun. Und wenn es so weit ist und wir von diesem Leben Abschied nehmen müssen, dann können wir friedlich lächelnd sagen: Danke für alles.

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